Pizza selber backen – jetzt aber richtig!

20. Dezember 2020

Pizza selber backen – jetzt aber richtig!

1 Comment

Vor einer ganzen Weile, da schrieb ich hier mal einen Beitrag über’s Pizza selber backen. Und ich kann euch sagen: ich hatte ja überhaupt nicht die geringste Ahnung, was eine Pizza überhaupt ist.

Heute weiß ich, dass das, was ich damals für Pizza hielt, nicht das geringste mit echter Pizza zu tun hat. Ja, selbst das, was wir regelmäßig beim Lieferdienst bestellt haben, ist nicht wirklich eine Pizza. Oder, um es ganz deutlich zu sagen: das ist Kernschrott. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich es kaum mehr fertigbringe, mir so eine belegte Teigschindel zu bestellen, weil ich das nur noch gruselig finde.

Was ist passiert?

In den letzten drei Jahren ist außerhalb dieses Blogs unfassbar viel passiert. Unter anderem wohnen wir jetzt ein wenig anders. Mit Garten und Terrasse. Dies führte dazu, dass ich mein Arsenal an Grills deutlich vergrößerte1]. Auch ein Kamado war dabei, der Temperaturen größer 400° C schafft und daher theoretisch auch für Pizzen sehr gut geeignet sein müsste2]. Also fing ich ganz einfach an. Pizzateig wie immer nach einem Rezept von Chefkoch gemacht, Kamado auf 400° aufgeheizt und einfach mal eine Pizza selber backen. Denkste!

So leicht ist das nicht. Mit dem falschen Setup im Grill wird der Boden schwarz und der Belag bleibt roh. Blöd auch.

Kamado-Setup zu Pizza backen
Kamado-Setup zum Pizza backen

Mit dem richtigen Setup geht es dann schon besser, aber eben noch nicht richtig gut. Und das liegt am Teig. Den besten Pizzateig bekomme ich mit dem Kalkulator der PizzaApp+ hin3]. Mehlmenge, Wassermenge und benötigte Hefe und die Zeit für die Gare – easy, wird alles in der App berechnet und man kann das alles schnell auf die vorherrschenden Umstände anpassen (z.B. die Raumtemperatur). Voll gut.

Damit kommen wir der Sache schon näher und das Ergebnis sieht schon eher nach Pizza aus. Wie man aber sehen kann, fehlt mir hier noch einiges an Übung. Sowohl beim Formen der Pizza, als auch beim Einschießen in den Kamado läuft es noch nicht richtig rund4]

Man kann also im Kamado durchaus anständige Pizzen backen, wenn das Setup stimmt. Für die Pizza zwischendurch und den Gelegenheits-Pizza-Esser unter den Kamado-Besitzern ist das eine durchaus gute Option – es geht allerdings noch deutlich besser.

Pizza selber backen – jetzt aber richtig!

Das Backen von Pizza im Kamado macht zwar Spaß, ist aber auch mit relativ viel Aufwand verbunden. Zusätzlich verbraucht die hohe Temperatur von ca. 350 – 400° C Unmengen an Brennstoff. Mehr als vier bis fünf Pizzen wirst du so mit einer Füllung des Kohlekorbs kaum hinbekommen. Auch für die Dichtung des Kamados sind die 400° kein Vergnügen und sie wird davon keinesfalls besser. Hinzu kommt, dass der Anschaffungspreis für einen Kamado nicht gerade gering ist – also auch hier ist der Kamado nicht die ideale Pizzamaschine.

Mir persönlich ging es tierisch auf die Nerven, dass der Kamado zwar hohe Temperaturen produzieren kann, die Oberhitze im Vergleich zur Unterhitze aber zu gering ausfällt und meine Pizzen nicht dieses wunderschöne Leoparding neapolitanischer Pizzen hatten. Also habe ich mich kurzerhand entschlossen, mir einen zusätzlichen Pizzaofen zuzulegen. Meine Wahl fiel auf den Ooni Koda, einen kleinen gasbetriebenen Pizzaofen für vergleichsweise wenig Geld.

Seit der Ooni da ist, gibt es jeden Freitag Pizza5], was auch dazu geführt hat, dass ich an meiner Technik arbeiten konnte.

Auch die weitere Ausstattung für das Pizza selber backen hat sich merklich verbessert. Neben einer kleinen Pizzaschaufel von Beeketal, welche ich zum Drehen der Pizza im Ofen verwende, habe ich einen gelochten Pizzaschieber von GiMetal, an dem im Gegensatz zu der alten Holz-Pizzaschaufel garantiert nichts mehr hängen bleibt. Dazu noch eine kleine Pizzaballenbox für die Stückgare und einen extra Behälter für die Stockgare. Auch bei den Mehlen bin ich inzwischen umgestiegen und verwende eine Mischung aus Pizzamehlen von Caputo und Khorasan- / Kamut-Vollkorn. Das bringt deutlich mehr Geschmack.

Freitag ist Pizzatag!

Das waren jetzt ein paar meiner Frühwerke im kleinen Koda. Endlich etwas, was schon fast wie Leoparding aussieht, endlich genug Oberhitze und endlich Pizza, die besser schmeckt als das, was man in den hiesigen Pizzerien so kaufen kann.

Was braucht man also meiner Meinung nach dafür?

  1. Eine Pizzaofen – ein kleiner Ooni reicht völlig aus.
  2. Ordentliches Pizzamehl mit hohem Eiweißanteil
  3. Eine einigermaßen vernünftige Pizzaschaufel. Da gibt es sogar bei Ali Express oder Amazon günstige gelochte Chinaschaufeln, die sehr gut sein sollen.
  4. Eine Pizzaballenbox und eine luftdicht verschleißbare Box für die Stockgare
  5. Übung, Übung, Übung

So mag ich Pizza – und ich kann nur empfehlen, sich das Thema mal näher anzusehen. Okay, der Aufwand ist geringfügig größer, als eine Tiefkühlpizza in die Mikrowelle mit Grill zu werfen, aber das Ergebnis ist die Mühe definitiv wert. Und auch der Spaß beim Bauen der Pizzen ist um Dimensionen größer!

Ich hoffe, ich konnte euch mit dem Thema ein wenig anfixen und bin auch ein wenig stolz auf euch, dass ihr bis hier hin durchgehalten habt.

Bis bald,

der Hendrik


Liebe für alle! Teile diesen Beitrag:

Fußnoten

Fußnoten
1 Aber das ist eine andere Geschichte, zu der vielleicht noch der eine oder andere Beitrag folgen wird.
2 An der Formulierung merkt man wohl schon, dass der Kamado für das Pizzabacken auch nicht das Ende der Fahnenstange ist.
3 Die App gibt es für Android und iOS. Damit wird’s garantiert etwas mit dem Pizzateig.
4 Dieses Wortspiel ist der Brüller. Ich werde mich dafür umgehend selbst entleiben. Versprochen.
5 Okay, fast. Der Pizzafreitag ist seitdem schon einmal ausgefallen. Aber auch nur ein einziges Mal.

Related Posts

Warum ich unser Brot selber backe

Warum ich unser Brot selber backe

Damals… Erinnerst du dich noch an früher? Da ging man zum Bäcker und kaufte Brot. Oder Brötchen. Und wenn man die frischen Backwaren dann zuhause hatte, roch plötzlich die ganze Wohnung danach. Das war großartig. Früher, da hatten die Bäcker auch noch Brotsorten, die sich […]

Dunkles Bauernbrot

Dunkles Bauernbrot

Während ich gestern das Abendessen zubereitete, habe ich nebenher noch ein Dunkles Bauernbrot nach Lutz Geißler gebacken. Eindeutig eines unserer Lieblingsbrote zur Zeit. Tolle Krume, noch bessere Kruste, schmeckt mit allen Belägen, die man sich so denken kann.



1 thought on “Pizza selber backen – jetzt aber richtig!”

  • Morjen Hendrik du alte Dreckschueppe😉,
    oder sollte es eher du alte Pizzaschaufel heißen.
    Schöne Zusammenfassung deiner Pizzapilgerreise auf dem Weg zur Erleuchtung. Diesen krumigen, krustigen, mehligen Weg beschreite ich ja nun auch seit einiger Zeit, zwar nicht ganz so intensiv und oft wie Du und andere, aber doch mit viel Leidenschaft.

    Vielleicht kannst Du uns hier noch ein genaues Mischungsverhältniss eines deiner liebsten Pizzateigrezepte verraten.

    Runde Grüße
    Nobbi

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.