Moussaka: ein Klassiker der griechischen Küche

Moussaka: ein Klassiker der griechischen Küche

Ich war sechs Jahre alt, als ich Toni kennenlernte. Toni hieß eigentlich Antonios und war mein Tischnachbar in der ersten Klasse der Grundschule. Und danach auf dem Gymnasium.
Eigentlich war Toni aber viel mehr als bloß mein Tischnachbar. Toni war mein bester Freund. Und nach gar nicht allzu langer Zeit war Tonis Familie meine zweite Familie. Meine Familie war auch seine.

Nach ein paar Jahren eröffnete die Familie ein eigenes griechisches Restaurant und es gab all die guten Sachen1], die ich schon immer essen durfte, wenn ich bei Toni zu Besuch war, auch für sehr viele andere Menschen2].

Mein griechisches Lieblingsgericht war schon immer Moussaka3]. Und obwohl ich das genau Rezept nicht habe, schmeckt diese Version hier schon ein wenig wie die von früher.

Moussaka: ein Klassiker der griechischen Küche

  • Portionen: 4-5
  • Zeit: 2 Stunden
  • Schwierigkeit: einfach, aber aufwändiger
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Moussaka hat mich groß und stark gemacht. Glaube ich. ;D

Zutaten

Hackfleischsauce

  • 750g Hackfleisch (gemischt)
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Ackerknoblauch
  • 2 Dosen (400g) San Marzano Tomaten
  • Salz, Pfeffer & Oregano (gerebelt oder frisch), ggf. etwas Zucker

Béchamelsauce

  • 2 EL Butter
  • 2 EL Mehl
  • 400 – 500 ml Milch
  • Salz, weißer Pfeffer, Muskat und Cayennepfeffer

Und sonst so

  • 4 Auberginen
  • Mehl
  • Salz
  • Olivenöl
  • Käse zum Überbacken (Hier: mittelalter Gouda und alter Parmesan)

Zubereitung

Hackfleischsauce

    Die Hackfleischsauce herzustellen ist wirklich simpel. Mit guten Zutaten braucht es aber wirklich nicht mehr als das.
  1. Zwiebeln und Knoblauch in Würfel schneiden. Der Knoblauch muss nicht besonders fein gewürfelt werden.
  2. Das Hackfleisch in einer kräftig vorgeheizten Pfanne in wenig Öl krümelig braten. Es darf ruhig ordentlich Farbe nehmen.
  3. Zwiebeln und Knoblauch dazugeben und mitbraten, bis die Zwiebeln glasig geworden sind.
  4. Die Dosentomaten mitsamt Saft in die Pfanne geben, Tomaten andrücken und alles 20 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen.
  5. Mit Salz, Pfeffer & Oregano abschmecken und bei Bedarf noch etwas Zucker zugeben.
  6. Bei geöffnetem Deckel so lange weiterköcheln, bis die Flüssigkeit auf die Hälfte einreduziert ist.

Béchamelsauce

  1. Butter in einem Topf schmelzen lassen und kräftig erhitzen. Sie soll heiß sein, aber noch nicht braun werden.
  2. Jetzt zwei Esslöffel Mehl dazugeben und mit einem Schneebesen in die Butter einrühren. Wenn sich dabei Klümpchen bilden: alles richtig gemacht. Das muss so.
  3. Als nächstes die Milch angießen und solange rühren, bis sich die Klümpchen gelöst haben. Ich gebe immer erst einmal die Hälfte der Milch dazu und fülle dann weiter auf, wenn die Sauce abbindet. So taste ich mich an die Konsistenz heran, die ich brauche. In diesem Fall habe ich die Sauce etwas dicker gemacht.
  4. Mit Salz, weißem Pfeffer, Muskat und Cayennepfeffer abschmecken.
  5. Noch ein Weilchen ganz sachte vor sich hin blubbern lassen, das verhindert, dass die Sauce noch irgendwie nach Mehl schmeckt.

Auberginen

  1. Die Auberginen waschen und in 1-1,5cm dicke Scheiben schneiden.
  2. Ein bis zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und salzen. Die Auberginenscheiben nebeneinander auf das Salz legen und auch die Oberseiten kräftig salzen.
  3. Jetzt sollten die Auberginen 10 bis 15 Minuten im Salz liegenbleiben, damit sie Wasser ziehen und etwas trockener werden.
  4. Danach werden die Scheiben gut abgespült und wieder trockengetupft.
  5. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen. Die Auberginen in Mehl wenden und portionsweise braten, bis sie knusprig werden. Aus der Pfanne direkt zum Abtropfen auf Küchenpapier geben. Da steckt noch so viel Öl drin, das wollen wir nicht komplett in unserer Moussaka haben.

Moussaka

    Fast geschafft. Jetzt fehlt noch die Endmontage. Und das geht so:
  1. Backofen vorheizen. 200°C, Oberhitze.
  2. Den Boden einer Auflaufform mit Auberginenscheiben auslegen. Darauf etwas Hackfleischsauce verteilen und einen Hauch geriebenen Parmesan darüber streuen.
  3. Anschließend folgen wieder Auberginen, dann Hackfleisch und ein wenig Käse und wieder Auberginen.
  4. Auf die letzte Auberginenschicht folgt die Béchamelsauce und auf diese dann eine Mischung aus Gouda und Parmesan.
  5. Zuletzt muss der Auflauf noch in den Ofen. Das dauerte hier so 20 bis 25 Minuten. Wichtig ist, dass der Käse schön gebräunt ist – garen muss ja nichts mehr.

Anmerkungen


Ich habe schon häufiger gesehen, dass es Menschen gibt, die die oberste Schicht Auberginen unter der Béchamel durch Kartoffeln ersetzen. Kann man machen, muss man aber nicht.

Eine zusätzliche Variante wäre, die Auberginen zu grillen, statt sie zu braten. Auch die Hackfleischsauce könnte man prima in einer Gusseisenpfanne auf dem Grill zubereiten. Das Aroma wird dadurch noch um einiges intensiver und natürlich rauchiger. Das ist genau mein Ding.

Um den Aufwand zu reduzieren, kann man die Hackfleischsauce auch schon am Vorabend zubereiten und über Nacht im Kühlschrank lagern. Bei der Béchamel würde ich das eher nicht empfehlen, es sei denn man möchte die Sauce lieber als Pudding essen. 😛


So. Jetzt wird’s Zeit für mich, mal einen Tisch zu reservieren und eine kleine Zeitreise zu machen. Und für dich wird’s Zeit, mal etwas griechisches zu kochen.

Viel Spaß!

Fußnoten   [ + ]

1.Und noch viele mehr!
2.Das ist jetzt 24 Jahre her. Wann bin ich so alt geworden?
3.Okay. Abgesehen von diesen unfassbar grandiosen Lammkoteletts vom Grill. Und dem phantastischen Gyros. Und dem Tzatziki. Und… ORRR! Das war alles so unfassbar gut!


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